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Wiebke freut sich auf Osterferien in Berlin. Marcel, in den sie seit dem Urlaub am Meer verliebt ist, hat sie eingeladen. Ihre Freundin Leonie und deren etwas ältere Bruder Fabio fahren mit. Eigentlich will Marcel nur Wiebke sehen, möchte ihr anvertrauen was ihn bedroht und dass er sich mit seinem obdachlos gewordenen Vater trifft. Doch dann löst eine ungewöhnliche Entscheidung eine Kettenreaktion aus – und plötzlich werden die Tage in Berlin zu einem aufregenden, für einige sogar gefährlichen Abenteuer.

Stimmen zum Buch

Außergewöhnlich ist dieses Jugendbuch, gedacht für Leser ab elf … Mit erzählerischem Geschick geht die Autorin dabei auch der Frage nach, warum sich alles so entwickelt. (Kreiszeitung Syke/Bremen)

Renate Schoof erzählt abwechselnd aus Wiebkes und Marcels Perspektive und verknüpft eine Vielzahl an Ereignissen zu einem klug komponierten Ganzen, in dem der Überblick nicht verloren geht, aber die Spannung stetig steigt. (Bonner General Anzeiger)

… liest sich streckenweise spannend wie ein Krimi. Daneben gibt es einfühlsame und atmosphärische Passagen. Insiderwissen in vielen Bereichen merkt man dem präzise recherchierten Roman an. Was noch mehr ins Gewicht fällt ist die spürbare Emotionalität mit der sie ihre Charaktere begleitet. (Göttinger Tageblatt )

Ein abenteuerliches und aufregendes Buch, das sich vor allem an junge Leser richtet. (Frankfurter Neue Presse) 

„Wiedersehen in Berlin“ ist spannend und gut geschrieben. Dazu lernt man sogar noch etwas über die Geschichte der Hauptstadt. (Der Tagesspiegel) 

Leseprobe 1

„Du musst dich entscheiden“, sagt Kralle. „Mach mit. Dann kannst du selber sehen: Wir nehmen nur ein paar Geräte, nur für den Hausgebrauch sozusagen.“
Eigentlich möchte Marcel sich da raushalten. Auch wenn alles ziemlich ungefährlich scheint, hundert Prozent sicher ist so eine Sache nie. Früher hat er bei ähnlichen Aktionen für sich einfach eine Ausrede erfunden. Und ausgerechnet jetzt, wo er aussteigen will, im Grunde schon ausgestiegen ist, soll er mitmachen? Ziemlich unlogisch.
Allerdings gibt es etwas im Medienraum, was ihn reizt. Er hätte gern einen der teuren Fotoapparate. Davon gibt es überhaupt nur zwei. So eine Kamera könnte er gebrauchen.
Seit Wiebke ihm das Foto geschickt hat, möchte er sie fotografieren, tausendmal schöner als dieser Fabio. Wiebke sieht auf dem Foto echt gut aus. Immer wenn er sie anschaut, muss er daran denken, dass sie diesen Typen so strahlend angelächelt hat – das macht ihn wütend, eifersüchtig, auch wenn er das nicht gern zugibt.
Das gibt den Ausschlag. Er erklärt sich bereit, Stinki morgen in der zweiten großen Pause Herrn Kramers Schlüsselbund zur Anfertigung von Nachschlüsseln zu überlassen. Für diesen Job scheinen Kralle und Stinki Kontakt zu Profis zu haben.

Leseprobe 2

… Mit einem freundlichen Augenzwinkern öffnet Frau Lürig die Bürotür: „Wird schon gutgehen!“ 
Möglichst unauffällig setzen sie sich so, dass sie sehen können, wer die Tagesstätte betritt. Hoffentlich kommt Marcel nicht als erster von den beiden, überlegt Wiebke. Das würde alles komplizierter machen. Er ist so stolz und hat Mühe, Hilfe anzunehmen.
Und während nach und nach die Mittagsgäste eintrudeln, sich zu Bekannten setzen oder an leeren Tischen Platz nehmen, quält sie der Gedanke, Marcels Vater könnte auch so stolz sein und möglicherweise sogar wütend werden. Zweifel nagen an ihr: Geht sie nicht zu weit mit dieser Aktion?
Als Nina mit einem „Halli-Hallo“ und vollen Suppenbehältern erscheint, wird es lebendig im Raum. Zeitungen und Spielkarten werden beiseite gelegt, Zigaretten-Willy räumt seinen Platz auf. Herr Wipper und Lolja kommen erst jetzt zur Tür herein.
Und draußen vor dem Schaufenster stellt ein bärtiger Mann, der sein Haar zu einem Zopf gebunden trägt, sein Fahrrad ab. Wiebke weiß sofort: Das ist Marcels Vater.
„Vielleicht holst du dir einen Teller Suppe und fragst, ob du dich zu ihm setzen darfst“, meint Frau Lürig. Als sie Wiebkes blasses Gesicht sieht, legt sie ihr ermutigend die Hand auf den Arm. „Du schaffst das schon.“
Natürlich kann sie nicht in letzer Minute kneifen. Augen zu und durch, denkt Wiebke, atmet tief ein und fühlt sich wie eine Fallschirmspringerin vor dem Absprung.
„Nur eine Kelle“, bittet sie den Mann an der Küchenklappe. Ihr Mund ist ganz trocken. Todesmutig steuert sie mit dem vollen Teller den Tisch von Marcels Vater an, zum Glück sitzt er allein.
„Darf ich?“, fragt sie höflich.
Erstaunt schaut er auf. Dann lächelt er ganz ähnlich wie Marcel. „Wenn du zufällig Wiebke heißt, weiß ich auch schon, wer du bist“, antwortet er freundlich.
„Ich heiße zufällig Wiebke“, sagt sie vergnügt. Die Spannung fällt von ihr ab.
Auch der Mann mit dem Zopf bleibt bei dem lockeren Ton. „Wo hast du denn Marcel gelassen?“
Sie lacht und sagt verschwörerisch: „Den könnten wir im Moment gar nicht gebrauchen. Ich möchte mit Ihnen etwas besprechen.“
Weil Herr Böttcher sie so genau anschaut, als ob er sie malen will, wird sie nun doch etwas verlegen. 
„Es ist wegen der Schließfächer“, beginnt sie …