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Wie das Meer bei einem Spaziergang am Strand, vermitteln viele der Gedichte ein Gefühl von Weite und Zeitlosigkeit. Die eingängige Lyrik ruft einprägsame Bilder vors innere Auge. Wer sich den Sprachbildern anvertraut, erlebt die Welt als beseelt. 
Mit Lust an überraschenden Wendungen und einem feinen Gespür für Sprache und ihre Doppeldeutigkeit wechselt Renate Schoof zwischen schwebender Leichtigkeit und einem ernsthaften Blick auf gesellschaftliche Phänomene, etwa im Kapitel Kranke Sieger. Lebensfeindlichkeit wird in aussagekräftigen Metaphern entlarvt und mit Bildern von Hoffnung und Menschlichkeit kontrastiert.
Wolken können verwundet sein in diesem Kosmos, alte Worte beginnen leise zu singen, »Land und Meer schlafen umarmt/ in Sonne und Hitze«. Die Grenzen des Möglichen werden wunderbar weit. 

Lyrik-Letter XVII

Pressestimmen

Mit ansteckender Freude und leiser Ironie zaubert Renate Schoof Bilder vor das innere Auge. Ihr neuer Gedichtband spielt mit ungewöhnlichen Perspektiven. Wer mag, kann in ein Meer aus Wörtern und Gedanken eintauchen, sich mitnehmen lassen in einen Griechischen Morgen, in einen Schwalbensommer, aber auch in politische Reflexionen der Autorin. Neben Momenten von Augenblicksglück treten fruchtbare Irritationen.
Renate Schoofs Gedichte laden zum Innehalten ein, zum Aus der Zeit fallen in ein Gefühl der Zeitlosigkeit oder in ein nahes oder fernes Damals.
Mit hintergründigen Metaphern übt Renate Schoof Kritik an Politik und Gesellschaft, stellt Lockvögel, Söldner und Mad Men vor das innere Auge. 
Es gibt sie also: Lesbare Lyrik, die weder oberflächlich noch naiv daherkommt, abseits aller Exzentrik. Die Dichterin Renate Schoof ermutigt zu Achtsamkeit und genauer Beobachtung im Übergangsbereich von Innen und Außen. 

Neue Rheinische Zeitung

Textprobe

Wo wir zu Hause sind

Vielleicht ist die Heimat des Kranichs
der weite Luftraum,
geborgen im tönenden Keil
nahe den Wolken.

Könnte er den Norden Heimat nennen
oder den Süden?

Das Dazwischen im weiten Luftraum -
ein verlockender Ort.


Thymian 

Trägt der Wind Wehmut und Gleichmut,
Ehrfurcht vor dem nur noch zu Ahnenden. 
Steine, Treppen, Säulen, grasüberwucherter
Rest einer erhabenen Stadt in schützender Bucht.
Auf den Stufen des alten Amphitheaters
klettern Ziegen umher, recken die Hälse,
heller Sonnenschein über glitzerndem Meer.

Wo sind sie geblieben,
die Bewohner der einst so stolzen Metropole?
Männer, Frauen und Kinder, Sklaven und Freie.
Hunderttausend Seelen ausgewandert
in Geschichtsbücher und Reiseführer. 
Aphrodite hat sie nicht schützen können
vor der Übermacht der Zerstörer. 

Heller Sonnenschein über glitzerndem Meer
und die Frage: Was wird mit uns sein
in tausend Jahren?
Und was übermorgen?


Soucrates Garden

Von fern her tönen Schiffssirenen:
Last tender to the ships … 
Ohne uns werden sie
in See stechen, die Kreuzfahrer, 
werden mit spitzem Kiel
das Meer zerteilen, die alten 
Gebote verletzend,
wieder und wieder. 

Mögen sie aufbrechen zu fernen 
Küsten, deren Schönheiten ihre 
Begehrlichkeit weckt, ihre Gier, 
ihre Herrschsucht. Meuternd 
bleiben wir zurück im Hafen, stellen
uns die alten Fragen, versuchen uns 
in neuen Antworten - unter dem 
Blütenbaum in Soucrates Garden. 


Treibsand

Denn unsere Freiheit
ist die Freiheit des Windes:
Durchs Schlüsselloch hinein
und hinaus
aus dem eingestürzten Glockenturm.

Absolut ist die Freiheit
auf den Treppen des Nichts.

Halme wehen im Wind.
Die Arme des kranken Mannes
und die Röcke der Frauen.

Freundlich surren Windmaschinen, 
kreiseln Dachziegel
über der schweigenden Menge.


Aufbruch

Wenn es eng wird,
einen neuen Raum betreten.
Das Herz, den Kopf befreien
von all dem Ballast,
all dem gestrigen Geraschel.