Links

-Startseite
-Über den Autor
-Pressefotos
-Hellers allmähliche Heimkehr
-Schattenriss ...
-Die Abschaffung der Demokratie
-Niemandsland
-Marmelsteins Verwandlung
-Der Aufsteiger...
-Das andere Leben
-Beruf: Schriftsteller
-Die Eroberung Europas durch die USA
-Schreiben, Lesen, Reisen
-Gleiwitz heißt heute Gliwice
-Überschreiten die Grenze
-Minima Politika
-Rechts-Sprüche
-Südlich von mir
-Der schmale Grat
-Vom langen Warten auf...
-Weg vom Fenster
-Flucht nach Kanada
-Die Fährte des Grauen Bären
-Wo die Berge namenlos sind
-Die Lachsfischer vom Yukon
-Narrengold (Mit Unterrichtsmaterial)
-Bericht: Abenteuer in Kanada
-Die Insel der Kinder
-Tommy und Beule
-Der schwarze Scheitan
-Felix und Mario wollen nach Italien
-Bilderbücher
-Werkverzeichnis
-Bildnerische Arbeiten

Kanada, das zweitgrößte Land der Erde, ist ungefähr 28-mal so groß wie Deutschland, und im kanadischen Norden leben nur wenige Menschen. Ich war häufiger im Yukongebiet, an der Grenze nach Alaska. Dort habe ich Freunde: Deutsche Auswanderer, Indianer, Lachsfischer, Minenarbeiter, einen Arzt... Das Land hat mich seit jeher angezogen. Deswegen habe ich eines Tages meinen Rucksack gepackt, bin nach Kanada geflogen und auf eigene Faust losgezogen. Um mir mein Reisegeld zu verdienen, wollte ich für eine deutsche Zeitschrift seiner Zeit eine Reportage über Aussteiger in der kanadischen Wildnis schreiben. Die Gruppe, die ich besuchte, war jedoch völlig zerstritten, so dass ich auf die Reportage verzichtete und stattdessen den Roman „Die Fährte des Grauen Bären“ schrieb, meinen ersten Kanada-Abenteuerroman. Damals war ich ein Vierteljahr in Kanada mit dem Auto, per Flugzeug, zu Fuß und mit dem Kanu unterwegs.  Eine spannende, aufregende Zeit, immer wieder. Viele Erlebnisse sind dann in meine Bücher eingeflossen. Einen Sommer lang habe ich einmal allein in der Wildnis in einem Blockhaus zugebracht. Zuerst war alles neu und exotisch. Ich habe die Umgebung erkundet, geangelt, Holz gehackt, Beeren gesammelt, gekocht usw. Es ist mir auch gut bekommen, einige Zeit abseits der Betriebsamkeit und Hektik unserer Zivilisation zu mir zu finden. Unter anderem wurde mir damals bewusst, dass der Egoismus und die Begehrlichkeit, auf denen unsere Gesellschaft fußt, oftmals ein humanes Leben verhindern. Aber nach fünf, sechs Wochen begann ich die Menschen zu vermissen, geistigen Austausch, die Kultur und die zivilisatorischen Annehmlichkeiten – es wurde eintönig. Dann die Mückenplage und die unvermeidlichen, nicht selten gefährlichen Begegnungen mit Bären. Das Leben in der Wildnis ist nicht ganz so romantisch, wie viele es sich hinter dem warmen Ofen ausmalen. Vor allem bei Regen ist es trist. Grüner Wald und frische Luft, Ruhe und Kontemplation, reichen auf die Dauer nicht aus, mir jedenfalls nicht. Der Mensch ist eben doch ein Gemeinschaftswesen. Die Zivilisation hat, neben den Nachteilen, die wir alle kennen, natürlich auch viele Vorteile. Man knipst an einem Schalter, und es wird hell; man dreht an der Heizung, und es wird warm. Wenn ich eine Tasse Kaffee will, stelle ich den Herd oder die Kaffeemaschine an und habe im Nu kochendes Wasser; ich muss nicht erst Holz sammeln, Wasser holen, Feuer anzünden. Und ein Badezimmer ist auch nicht zu verachten. 
Mehrmals war ich in der legendären alten Goldgräberstadt Dawson City, wo der Klondike River in den Yukon mündet. Vor über hundert Jahren hat der später berühmt gewordene Schriftsteller Jack London dort nach Gold gesucht. Er hat zwar keines gefunden und zog schon nach neun Monaten mit Skorbut hinkend wieder ab, doch mit vielen Geschichten im Gepäck, die er wohl überwiegend an den Wirtshaustheken gehört hatte (er war bekanntlich ein starker Trinker). Ich habe in dieser Gegend drei Sommer lang zusammen mit einem Halbindianer Lachse gefischt und in dieser Zeit ebenfalls viel erlebt und erfahren. Meine in Kanada spielenden Abenteuerromane habe ich jeweils begonnen, wenn ich nach Hause zurückgekehrt war. Unterwegs führe ich Tagebuch, mache mir Notizen und schreibe manchmal Gedichte oder die Idee zu einer Geschichte. Einen Roman kann ich am besten in meinem Arbeitszimmer an Schreibtisch und Computer schreiben. Das dauert dann jeweils mindestens ein Jahr. So ein Roman ist immer eine Konstruktion, etwas Ausgedachtes, er entsteht im Kopf des Autors. Ich erzähle eine Geschichte, die unterhaltsam und spannend sein soll, möglichst auch geistreich, und nebenbei erfahren die Leser viel über das Land und die Menschen. Meine Anknüpfungspunkte stammen oft aus der Realität. Obwohl ich keine „Problembücher“ schreibe, komme ich hin und wieder an den Problemen, mit denen wir zu tun haben, nicht vorbei. Zum Beispiel kann man heutzutage nicht über Indianer schreiben, ohne auf ihre Diskriminierung, auf Alkoholismus und Drogensucht einzugehen. Ich kann nicht eine Goldmine beschreiben und die Zerstörung der Landschaft verschweigen. Allerdings sind das nicht die Hauptthemen meiner Bücher. Durch die Aufenthalte im kanadischen Norden ist mein Leben sehr bereichert worden. Vor allem die Erkundungen in der Natur haben mich vieles gelehrt, was ich vorher nicht gewusst oder nur geahnt habe. Ein bisschen davon möchte ich an meine Leser weitergeben. Inzwischen spielen sieben meiner etwa vierzig Bücher in Kanada.